Dämmstoffe


im Vergleich zu SLS 20

Zur Kern- und Einblasdämmung werden am Markt diverse Alternativprodukte angeboten, die im Vergleich zu SLS 20F® erhebliche bauphysikalische, anwendungstechnische und preisliche Unterschiede aufweisen.

Kunststoffprodukte

Kerndämmstoffe aus Kunststoffen bestehen überwiegend aus Polystyrol oder auch PU-Schaum. Diese Materialien sind brennbar (B1/B2) und bilden im Brandfall giftige Verbrennungsgase. Styrol schmilzt bereits bei 90°C und entzündet sich im Brandfall bei dieser Temperatur sehr schnell. Die Materialien sind sehr leicht (ca. 23kg/m³) und haben gute Dämmeigenschaften. Die Wärmeleitwerte liegen zwischen 0,033 und 0,035 Watt/m*K. Im Entsorgungsfall handelt es sich um Sondermüll. Preislich sind besonders die EPS-Produkte (EPS-Expandiertes Polystyrol) günstig. Die Verarbeitung erfolgt durch maschinelles Einblasen. EPS- Material (Styropor) an Vorhangfassaden wird zunehmend durch Produkte aus Steinwollematten ersetzt, da diese unbrennbar (A1) sind.

Perlite

Perlite ist ein thermisch geblähtes glasartiges Vulkangestein. Das Material ist unbrennbar (A1). Perlite ist ein relativ schwerer Dämmstoff , mit einem Gewicht zwischen ca. 70 und 100 kg/m³, (produktspezifisch unterschiedlich). Der Wärmeleitwert liegt produktabhängig zwischen 0,040 und 0,070 Watt/m*K. Preislich bietet Perlite mit Blick auf die technischen Daten keine besonderen Vorteile. Das Produkt hat sich aber in der Anwendung gut bewährt. Es gibt jahrzehntelange Erfahrungen mit dem Produkt. Im Vergleich der Dämmwerte und des Schüttgewichtes zu anderen Dämmprodukten wird Perlite in den vergangenen Jahren im Bereich der Kerndämmung kaum noch verwendet.

Hyperlite

Das Produkt ist eine Modifikation von Perlite. Hyperlite ist unbrennbar (A1). Die Körnung beträgt 0 bis 6 mm. Das Material wiegt ca. 90kg/m³, der Wärmeleitwert liegt bei 0,050Watt/m*K. Hyperlite ist wegen des Wärmeleitwertes und des hohen Schüttgewichtes für Zwecke der Kerndämmung relativ unbedeutend geworden. Anwendungstechnisch wird Hyperlite im Bereich von Dämmschüttungen aber durchaus eingesetzt, da mechanisch gut belastbar.

Glaswolle

Glaswolleprodukte für die Kerndämmung bestehen meistens aus beschichteten Glaswollefasern, die zu einer watteähnlichen flockigen Struktur verarbeitet sind. Die Zuordnung im Rahmen des Brandschutzes erfolgt in der Klasse A1. Der Wärmeleitwert beträgt 0,035Watt/m*K. Das Gewicht liegt mit 30 bis 40kg/m³ im Mittelfeld der vergleichbar angebotenen Produkte. Die Verfüllung erfolgt über sehr viele kleine Bohrungen. Der Arbeitsaufwand für das Einblasen ist deshalb relativ hoch. Es ist einblastechnisch nicht ganz so einfach eine homogene Fülldichte, die für die Konstanz des U-Wertes auf der gesamten Dämmfläche erforderlich ist, in der Luftschicht zu erreichen. Die Füllung sitzt fest im Mauerwerk und lässt sich nur schwer wieder entfernen. Glaswolleprodukte altern und sind Sondermüll.

Zellulose

Zellulose ist ein Dämmstoff aus Altpapier. (Brandschutzklasse B2). Für die Kerndämmung ist Zellulose in Mauerwerken ungeeignet. Der Wärmeleitwert liegt zwischen ca. 0,037 und 0,040 Watt/m*K. Das Gewicht der ein – oder aufgeblasenen Dämmschicht beträgt ca. 30 bis 50 kg/m³. Zellulose wird im Bereich der Sanierung von Gebäuden vorwiegend für die Dämmung von Geschossdecken, Erkerwänden und Dächern eingesetzt. Der Dämmstoff ist preiswert und relativ einfach maschinell zu verarbeiten.

Naturbaustoffe

Neben den aufgeführten Dämmstoffen stehen auch Naturbaustoffe wie Holzfaser, Schilf, Stroh und Kork im Angebot. Im Vergleich zu den technischen und bauphysikalischen Eigenschaften von SLS20F® sind diese Dämmprodukte für die Kerndämmung relativ unbedeutend. Der Wärmeleitwert von Kork z.B. ist mit 0,040Watt/m*K keineswegs schlecht, aber das hohe Gewicht von ca. 120kg/m³ und der Wasserdampfdiffusionswert von 5 bis 10 sowie das Brandverhalten (B1/B2) sind im Vergleich zu anderen Kerndämmprodukten nicht besonders wettbewerbsfähig. Kork findet daher überwiegend eine Anwendung bei Fussbodendämmungen. Stroh, Schilf und Holzfasern sind mit Blick auf den Brandschutz sowie die Gefahr des Einnistens von Insekten und Nagern keine wirkliche Option mit Blick auf die Eigenschaften von SLS20F®.